Allgemein, GGK, Unterricht, Zeitgeschehen

Geschichte und Politik erfahrbar machen

Letztens in der Kommunikationsprüfung für Englisch meinte eine Schülerin, dass die Präsidentschaft von Donald Trump dafür gesorgt hätte, dass sich nun viele Jugendliche mehr für Politik interessieren. Das ist natürlich für Lehrer – und generell für die Gesellschaft – eine gute Nachricht. Doch man kann die Relevanz des GGK-Unterrichts auch anders aufzeigen, zum Beispiel mit einfachen Nachrichten.

Nachrichten im Unterricht

In fast jedem Nachrichtensegment kommen viele Begriffe, Personen und Ereignisse vor, die in irgendeiner Form im GGK-Unterricht auftauchen. Dabei werden viele Dinge beim Zuschauer als bekannt vorausgesetzt. Ich habe das im Unterricht mit einem Beitrag der Tagesschau veranschaulicht. In diesem Beitrag geht es um den Besuch von Angela Merkel in der Türkei, wo sie sich mit Präsident Erdogan getroffen hat.

Den Videoclip habe ich unkommentiert im Unterricht gezeigt. Die Schüler sollen dabei aufpassen, welche Begriffe und Tatsachen vorkommen, die sie aus dem Unterricht kennen. Diese Begriffe sammelt man dann mündlich oder an der Tafel und kann sie noch einmal klären, falls nötig. Im verlinkten Beispiel tauchen in der ersten Hälfte folgende Begriffe/Themen auf:

  • Referendum
  • Verfassungsänderung
  • Präsident: per Dekret regieren, Parlamentsauflösung, Einfluss auf Justiz
  • Gewaltenteilung / Exekutive, Legislative, Judikative
  • Meinungsfreiheit
  • Vielfalt der Gesellschaft
  • Menschenrechte

In der zweiten Hälfte fallen diese Begriffe/Aussagen:

  • Flüchtlingsabkommen
  • Ministerpräsident
  • Oppositionspartei / Regierung vs. Opposition / „Opposition gehört zu einer Demokratie dazu“ (Merkel)
  • OSZE-Beobachter

Egal, welche Klassenstufe oder welche Schulart, in der Sekundarstufe II tauchen die politischen Begriffe immer irgendwo im Lehrplan auf. Natürlich werden sie im Nachrichtenbeitrag nicht weiter erklärt, der Zuschauer muss also wissen, was zum Beispiel Gewaltenteilung heißt und warum das für eine Demokratie wichtig ist. Für Geschichte kann man fragen, ob den Schülern ein Beispiel einfällt, bei dem es einen Präsident mit weitreichenden Befugnissen gab. Hier sollte dann die Weimarer Republik kommen, deren Verfassung es dem Reichspräsidenten erlaubte, Grundrechte außer Kraft zu setzen, das Parlament aufzulösen und per Notverordnungen zu regieren. In einer Reflexionsphase sollten die Schüler schließlich erkennen, wozu sie sich mit diesen Themen im Unterricht beschäftigt haben: um aktuelle Ereignisse bewerten zu können.

Hinterher kann man die Schüler nochmal fragen, inwiefern sie den Beitrag verstanden hätten, wenn sie diese Dinge nicht aus dem Unterricht gekannt hätten. Auf diese Weise kann man ganz plastisch vor Augen führen, worin die Relevanz des Geschichts- und Politikunterrichts liegt. Es sind eben keine Trockenübungen und Dinge, die man nie braucht. Es geht um nicht weniger als die Erziehung zu mündigen Staatsbürgern, wie es auch der Lehrplan als Ziel formuliert.

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