Englisch, Unterricht

Excel zur Punkteberechnung bei Abi-Kursen nutzen

Heute mal wieder Praxis: Weil ich gerade mit der Zweitkorrektur für die schriftliche Abiturprüfung beschäftigt bin sein sollte, habe ich überlegt, wie ich das Korrigieren effizienter gestalten könnte. Das Lesen und Punkteverteilen kann ich leider nicht beeinflussen, aber der damit verbundene Schreibkram kann sehr wohl vereinfacht werden. Hier möchte ich zwei Möglichkeiten vorstellen, wie man mit Hilfe von Excel das Bearbeiten von zentralen Prüfungen erleichtern kann.

In der Regel gibt es vorgefertigte Formulare, die verwendet werden sollen. In Baden-Württemberg gibt es für Englisch zum Beispiel ein sogenanntes „Berechnungsblatt“, in dem die Punkte vermerkt werden. Für jeden Prüfling wird so ein Blatt ausgefüllt, ausgedruckt und dann mit der Schülerarbeit abgegeben. Zudem benötigt man eine Kursübersicht, denn das Endergebnis des Kurses muss ebenfalls ausgedruckt und danach unterschrieben werden. Auf diesem Kursblatt sollen auch die Verrechnungspunkte wieder auftauchen.

Der übliche Weg ist nun also in diese Verfahrensschritte unterteilt:

  1. Ich korrigiere die Arbeit und notiere auf einem Zettel die Punkte, die ich pro Aufgabe vergebe.
  2. Ich fülle am PC das Berechnungsblatt aus, wobei jeder Prüfling eine eigene Datei bekommt.
  3. Entweder habe ich eine Übersicht auf Papier, die dann aufs Kursblatt übertragen wird, oder ich habe eine zusätzliche Liste am PC mit allen Punkten.

Schritt 1 ist optional und hängt – zumindest bei mir – davon ab, wo ich gerade bin. Wenn ich am Schreibtisch sitze und der PC neben mir eingeschaltet ist, trage ich die Punkte direkt ein und überspringe Schritt 1. Wenn ich irgendwo ohne PC sitze, dann notiere ich zunächst alles auf Papier.

Möglichkeit 1: Berechnungsblatt mit automatischen Formeln

Um das Ausfüllen des Berechnungsblatts führt kein Weg, also warum nicht Excel-Formeln nutzen, um wenigstens ein paar Schritte einzusparen? Gerade bei großen Kursen kann es furchtbar nervig sein, wenn man jedesmal die Schülernummer eintragen muss, die Punkte am Taschenrechner addiert und dann in der ausgedruckten Notentabelle abliest, welche Note der Prüfling bekommen hat, um sie dann einzutragen. All das kann automatisiert werden.

Auto-Einzelblatt
So sieht das Berechnungsblatt aus. Schülernummer, Punktesummen und Notenpunkte werden automatisch ausgefüllt.

Da ich sowieso für jeden Schüler eine Excel-Datei speichere, die im Dateinamen die Schülernummer enthält, nutze ich diesen Umstand für die Zelle, in der die Nummer stehen soll. Die Datei für den Schüler mit der Nummer 001 heißt zum Beispiel 001.xlsx. Die Formel für die Zelle mit der Schülernummer lautet dann folgendermaßen:

=TEIL(ZELLE("Dateiname");FINDEN("]";ZELLE("Dateiname"))-8;3)

Die Summen sind durch einfache Additionen machbar, zum Beispiel für die erste Textproduktion:

=G16+J16

Zuletzt soll noch, abhängig von den Punkten, die Note angezeigt werden. Da ich keine extra Tabelle in der Datei anlegen möchte, verwende ich den einfachen VERWEIS, der die Schwellen enthält, ab denen die nächste Note erreicht wird, und diese dann zuordnet. Die Zelle mit den Notenpunkten greift auf die Gesamtpunkte in der Zelle N21 zu und enthält folgende Funktion:

=VERWEIS(N21;{0.7.12.17.22.27.30.33.36.39.42.45.48.51.54.57};{"00";"01";"02";"03";"04";"05";"06";"07";"08";"09";"10";"11";"12";"13";"14";"15"})

In angepasster Form dient die gleiche Funktion auch zur Anzeige der Note in Worten:

=VERWEIS(N21;{0.7.22.33.42.51};{"ungenügend";"mangelhaft";"ausreichend";"befriedigend";"gut";"sehr gut"})

Damit muss ich also nur noch die Verrechnungspunkte eintragen, alle anderen Felder werden von Excel ausgefüllt.

Bonus: Für die Kreuzchen bei Erst- und Zweitkorrektur im oberen Bereich habe ich eine WENN-Funktion eingebaut, die außerhalb des Druckbereichs auf die Zelle T7 zugreift, in der ich eine 1 oder 2 eintragen kann, um so zwischen den Varianten hin- und herzuschalten. Dafür nutze ich folgende Funktion im Feld der Erstkorrektur:

=WENN(T7=1;"[x] Erstkorrektur";WENN(T7=2;"[  ] Erstkorrektur";"Eingabe prüfen"))

In der Nachbarzelle ist die Funktion dann die gleiche, nur mit verändertem Kreuzchen und „Zweitkorrektur“.

Möglichkeit 2: alles in einer Datei

Vorab: Man kann zwar Möglichkeit 1 kombinieren mit einer Kursliste, die auf externe Excel-Tabellen zugreift und deren Inhalte anzeigt. Das ist aber etwas komplizierter und fehleranfällig. Einfacher ist es, wenn ich alles in einer Datei speichere und für die einzelnen Schüler neue Tabellenblätter anlege. Das ist dann die „Premiumlösung“, bei der auch die Ergebnisse automatisch auf einer Überblicksseite aufgelistet werden.

Übersicht
Aus den verschiedenen Tabellenblättern (siehe untere Leiste: 001 und 002) werden die Daten in eine Übersicht übertragen.

Die Tabellenblätter 001 und 002 sind die normalen Berechnungsblätter wie oben beschrieben. Auch auf diesen Blättern wird die Schülernummer in der Tabelle automatisch erzeugt, diesmal aber aus dem Namen des Tabellenblattes. Daher ist es wichtig, dem Blatt auch den richtigen Namen zu geben (ändern durch Doppelklick auf das Tabellenblatt in der unteren Leiste). Die Formel für die Schülernummer in der Zelle C8 des Berechnungsblatts sieht dann so aus:

=TEIL(ZELLE("Dateiname";$A$1);FINDEN("]";ZELLE("Dateiname";$A$1))+1;31)

Natürlich werden hier ebenfalls die Summen und Noten automatisch berechnet. Mit einem Rechtsklick auf ein Tabellenblatt kann ich das Blatt „Verschieben oder kopieren…“, im folgenden Dialogfeld wähle ich unten „Kopie erstellen“ und stelle diese ans Tabellenende. Nun kann ich das neue Blatt gleich umbenennen und für den nächsten Schüler ausfüllen.

Die Funktion zur Punkteübertragung im Übersichtsblatt ist nun für alle Felder die gleiche, nur die Bezugszelle muss angepasst werden. Für die Punkte aus Aufgabe 1.1 heißt die Formel in der Zelle B7 zum Beispiel:

=INDIREKT(A7&"!$G$13")

Der Inhalt der Zelle A7 wird als Tabellenblatt-Name übernommen und von dort wird der Inhalt der Zelle G13 übertragen.

Die Summen in den Spalten D und K werden durch Addition der Zellen gebildet, ebenso die Gesamtsumme in Spalte M. Die Formel für die Note ist die gleiche wie oben beschrieben. Da bei halben Punkten aufgerundet werden soll, habe ich die RUNDEN-Funktion mit eingebaut:

=VERWEIS(RUNDEN(M7;0);{0.7.12.17.22.27.30.33.36.39.42.45.48.51.54.57};{0;1;2;3;4;5;6;7;8;9;10;11;12;13;14;15})

Fazit

Wie man sieht, kann Excel die Arbeit beim Korrigieren und Notengeben erheblich erleichtern. Das gilt besonders für Abiturprüfungen, die immer mit Formularen und Punkteübersichten verbunden sind. Bei einzelnen Prüflingen ist der Aufwand, diese Excel-Dateien zu erstellen, vielleicht nicht lohnenswert. Doch dieses Jahr hatte ich allein in Englisch in der Erst- und Zweitkorrektur jeweils zwei Kurse. Angesichts von über 70 Prüflingen, für die ich diese Tabellen ausfüllen muss, hat es sich auf jeden Fall gelohnt, entsprechende Formeln zu nutzen. 👍😉

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