Allgemein

Meine Top 3 Kinofilme 2018

Bevor ich mich wieder anderen Inhalten widme, m├Âchte ich wie bereits letztes Jahr auch f├╝r 2018 die Filme hervorheben, die mir am besten gefallen haben. Ebenso gilt die Regel, dass ich nur auf Filme eingehe, die ich im Kino gesehen habe.

Im Jahr 2018 war ich 17 mal im Kino, leider hat es also wieder nicht f├╝r die 20 gereicht. Von diesen 17 Filmen waren allerdings nicht genug vorhanden, um wirklich eine Top 5 zu erstellen, denn vieles war einfach nur Action-Popcorn-Kino. Das gilt unter anderem f├╝r s├Ąmtliche Comic-Filme wie zum Beispiel Avengers: Infinity War, den ich zweimal gesehen habe. Allerdings ist das kein Film, der in irgendeiner Hinsicht k├╝nstlerisch wertvoll auff├Ąllt, wenn man ehrlich ist.

Platz 3: Darkest Hour

Dieser Film hat mich positiv ├╝berrascht, denn er hat sich wirklich gelohnt. Gary Oldman hat f├╝r seine Darstellung von Winston Churchill zurecht den Oscar gewonnen, denn seine Leistung ist ph├Ąnomenal. Er tr├Ągt den Film alleine von Anfang bis Ende und man nimmt ihm jederzeit den griesgr├Ąmigen Churchill ab.

Doch auch die Handlung ist interessant, denn sie zeichnet die aufw├╝hlende Zeit in Gro├čbritannien zu Beginn des Zweiten Weltkrieges. Der Fokus liegt aber eindeutig auf Churchill und dessen Weg zum Amt des Premierministers. Man lernt also nicht nur historisch, sondern auch politisch einiges ├╝ber Gro├čbritannien. Das Ganze ist zudem so packend gemacht, dass es nie langweilig wird. Das Fazit des Films ist schlie├člich ├╝berzeugend: Churchill war der richtige Mann zur richtigen Zeit, trotz (oder wegen?) seiner „Macken“.

H├Ąufig ist im Internet zu lesen/h├Âren, dass der Film das ideale Pendant sei zu Christopher Nolans Dunkirk, den ich letztes Jahr ebenfalls auf meiner Liste hatte. Tats├Ąchlich spielen die Ereignisse in Dunkirk in die Zeit von Darkest Hour hinein und man kann beide Filme zusammen als gute Erg├Ąnzung sehen.

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  • ├╝berragender Gary Oldman als Churchill
  • tolle Kost├╝me und Sets, die den Zuschauer in die Zeit versetzen
  • packende, spannende Story, auch wenn man die historischen Hintergr├╝nde kennt

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  • nicht immer notwendige, teils erhebliche Abweichungen von historischen Tatsachen (siehe hier)
  • Trotz Oldmans toller Performance: seine Augen verraten ihn zu sehr und passen nicht zu Churchill, das hat mich manchmal gest├Ârt

Platz 2: A Star Is Born

Auch dieser Film war eine positive ├ťberraschung. Ich hatte keine gro├čen Erwartungen, aber der Trailer hatte mich neugierig gemacht, also schaute ich ihn an.

Bradley Cooper scheint ein Naturtalent zu sein, denn er spielt nicht nur den abgehalfterten Musiker sehr glaubw├╝rdig und singt dabei toll, sondern er f├╝hrt das erste Mal in seiner Karriere Regie – und das sehr ├╝berzeugend. Das gleiche gilt f├╝r Lady Gaga, die perfekt in der Rolle der jungen Newcomerin funktioniert.

Die Story ist zwar ein Remake, aber grunds├Ątzlich zeitlos, sodass dies keine Rolle spielt. Allerdings gibt es auch ein paar Schw├Ąchen beim Plot, gerade Richtung Ende des Films. Dieses l├Ąsst sich zu leicht erahnen und ist im Vergleich zum Rest des Films ziemlich banal eingeleitet. Trotzdem ├╝berzeugt der Film aber insgesamt.

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  • tolle Musik, super gesungen von Bradley Cooper und Lady Gaga, die perfekt harmonieren
  • ├╝berzeugende, glaubhaft wirkende Hauptdarsteller
  • unterhaltsame, emotionale Story

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  • flacher, eindimensionaler „Antagonist“
  • dadurch plumpe Aufl├Âsung bzw. Einleitung des Ende

Platz 1: The Death of Stalin

Die gr├Â├čte ├ťberraschung in diesem Filmjahr war f├╝r mich The Death of Stalin. Was f├╝r ein Kracher! Zum Gl├╝ck hatte ich einen Trailer gesehen, und auch die Besetzung mit Steve Buscemi hatte mich aufmerksam gemacht.

Der Film basiert auf historischen Tatsachen beim Streit um die Nachfolge Stalins nach dessen Tod. Man kann kaum glauben, wie verr├╝ckt es in der Sowjetunion zugegangen sein muss. Nat├╝rlich erlaubt sich der Film Freiheiten, denn er ist „nur“ eine Satire. Gleichzeitig versucht der Film aber auch, eine akkurate Darstellung des Lebensgef├╝hls dieser Zeit zu liefern, wie auch der Regisseur, Armando Iannucci, in einem Interview mit Rolling Stone sagte: „IÔÇÖm not saying itÔÇÖs a documentary. It is a fiction, but itÔÇÖs a fiction inspired by the truth of what it must have felt like at the time.“

Der YouTube-Channel History Buffs, der historische Filme analysiert, hat auch ein Video zu The Death of Stalin gemacht, das man hier sehen kann. In vielen Details wird die Story besprochen, ebenso wie die Art und Weise der Charakterdarstellung. Ich habe den Film auf Englisch gesehen und kann das nur empfehlen, denn laut History Buffs sollen die unterschiedlichen Akzente und Dialekte auch die Hintergr├╝nde der Figuren wiederspiegeln. So redet Stalin zum Beispiel Cockney, was zur Arbeiterklasse passt, w├Ąhrend andere Charaktere in amerikanischem Englisch mit m├Âglichst vielen „fucks“ daherkommen.

Zuletzt sei noch erw├Ąhnt, dass das Auff├╝hren des Films in Russland verboten wurde. Das verdeutlicht leider den schwierigen Umgang Russlands mit seiner Vergangenheit. Putins Politik zeigt ja auf tragische Weise, dass man sich noch lange nicht vom sowjetischen Erbe emanzipieren konnte. Insofern leistet der Film einen wichtigen Beitrag und er wird hoffentlich noch viele weitere Zuschauer in Russland finden, denn trotz – oder gerade wegen – des Verbots hat der Film durchaus Fans in Russland gefunden. Schlie├člich leben noch genug Menschen, die stalinistischen (und anderen) Terror erleben mussten.

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  • brillante, schwarze Kom├Âdie
  • erstklassige Hauptdarsteller
  • sehr unterhaltsam und lustig
  • erm├Âglicht – trotz extrem vieler Freiheiten! – historische Einblicke
  • schonungslose Darstellung stalinistischen Terrors

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  • Auch wenn es Fiktion ist: manche historische Abweichungen w├Ąren nicht unbedingt notwendig gewesen.

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