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Schulschließungen und digitaler Unterricht: ein Überblick (Datenschutz #2)

Im Zuge der Ausbreitung von SARS-CoV2 sind in Baden-Württemberg seit dem 17. März die Schulen geschlossen. Doch die Unterrichtspflicht besteht weiterhin fort. Neben der fragwürdigen Möglichkeit, die Schüler*innen mit Bergen an Kopien zu versorgen, weichen viele Schulen auf das Internet aus, wie es auch viele Firmen tun. Nach fast zwei Wochen möchte ich hier meine Eindrücke teilen, was das für Schulen bedeutet und welche Herausforderungen sich stellen, auch beim Thema Datenschutz.

Als Datenschutzbeauftragter hat man es aktuell generell nicht leicht, erst recht nicht an einer Schule. Neben der bekannten EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat man das Landesdatenschutzgesetz sowie die Verwaltungsvorschrift zum Datenschutz an öffentlichen Schulen zu beachten. Da jetzt die meisten Schulen auf digitale Unterstützung setzen, ergeben sich unzählige Fragen und Probleme, und das nicht nur zum Thema Datenschutz.

Grundsätzlich teile ich die Auffassung des bekannten Experten Mike Kuketz („Microsoft, Google, Apple und Co. aus Bildungseinrichtungen verbannen“ ), der neuerdings sogar bei der mir übergeordneten Behörde angestellt ist, dem Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit. Die großen US-IT-Konzerne haben einen unfassbar großen Einfluss auf den Bildungsbereich, allen voran Marktführer Microsoft.

In der aktuellen Situation kommt es aber zu vielen, teilweise auch fragwürdigen Entscheidungen seitens Schulleitungen und Lehrkräften, wie man es an Online-Diskussionen aus ganz Deutschland herauslesen kann. Dabei kristallisieren sich verschiedene Wünsche heraus, die Lehrkräfte erfüllen wollen.

Was Lehrkräfte sich wünschen

Einen vollwertigen Ersatz für den „echten“ Unterricht in der Schule kann es digital nicht geben. Dennoch kann man folgende Anforderungen erkennen:

  • Dateiaustausch: Um nicht mit E-Mails überflutet zu werden, benötigt man die Möglichkeit, Dateien bereitzustellen – in beide Richtungen.
  • Messenger: Kurze Anfragen, Hinweise, Links verschicken etc. funktioniert über Messenger-Chats besonders schnell und einfach.
  • Telefon-/Videokonferenz: Um sich auch zu sehen und zu hören, werden teilweise Videokonferenzen durchgeführt oder in Betracht gezogen.

Doch aus diesen eigentlich simplen und nachvollziehbaren Wünschen ergeben sich technische und rechtliche Fragen, die nicht so leicht zu klären sind, wie man denkt. Einen ersten Überblick, der sich aus den letzten Wochen ergeben hat, bietet die Webseite des Landesbeauftragten für Datenschutz. Auf einige der genannten Optionen gehe ich hier detaillierter ein.

Dateiaustausch: Kein Problem!

Glücklicherweise ist unsere Schule in diesem Punkt gut aufgestellt. Wir benutzen schon seit ein paar Jahren eine ownCloud. Die quelloffene Cloud-Software wird von verschiedenen Anbietern als Cloudlösung angeboten und ist, je nach Anbieter und Serverstandort, sogar eine datenschutzrechtlich günstige Alternative zu Anbietern wie DropBox und Co. Theoretisch kann sich jeder zu Hause eine eigene ownCloud installieren und betreiben, da die benötigte Software eben quelloffen und damit kostenlos ist. Das Praktische ist, dass man – neben dem Browser-Zugriff – mit der Client-Software auf dem PC automatisch einen Ordner synchronisieren kann, damit die Dateien auch offline zur Verfügung stehen und neu hinzugefügte Dateien hochgeladen werden, eben wie bei z.B. DropBox.

ownCloud
So sieht das Hauptverzeichnis der ownCloud in der Webansicht aus.

Alle Kolleg*innen haben einen Zugang und sehen die Ordner ihres jeweiligen Unterrichts. Es gibt Ordner, in denen nur Lehrkräfte Schreibrechte haben, um den Schüler*innen Dateien zur Verfügung zu stellen, sowie Ordner, in die jeder etwas hochladen kann. Dieses System haben wir insbesondere in den iPad-Klassen eingeführt, wo es sich bewährt hat. Aber auch Schulen ohne iPad-Klassen und ohne bisherige Cloud-Lösung können diese Möglichkeit nutzen. Es gibt viele Anbieter, die auf ownCloud oder den Nachfolger Nextcloud setzen.

Zum Glück ist auch die Gefahr der Monopolisierung nicht so groß, da die großen Player Google und Co. hier keine praktikablen, gängigen Lösungen anbieten. Google Drive ist z.B. zunächst nur als Privatperson sinnvoll verwendbar. Man kann zwar einzelne Dateien und Ordner freigeben, doch für eine komplette schulische Umgebung wäre das kaum umzusetzen.

Messenger: Warum WhatsApp nichts taugt und wie es (eigentlich) besser geht

Es ist eigentlich ganz einfach: WhatsApp ist für dienstliche Zwecke verboten. Punkt.

Datenkrake Facebook

Damit sollte jede Diskussion eigentlich erledigt sein, doch viele möchten auch wissen, warum. Das hat überwiegend technische Gründe. Es gibt allein vom Kultusministerium Baden-Württemberg mehrere Internetseiten, auf denen dies begründet wird, zum Beispiel hier. Kurz gesagt: Bereits der Datenabgleich der Kontakte, also das Hochladen des Telefonbuchs auf die WhatsApp-Server nach der Installation, verstößt gegen die DSGVO. Das gilt daher übrigens nicht nur für die Benutzung durch Schulen, sondern auch für Unternehmen und Privatpersonen. Man erkennt bereits an der Tatsache, dass es dennoch passiert, wie groß die Macht der Konzerne ist, die es gar nicht einsehen, geltendes Recht zu beachten. Warum auch, kommen sie doch ohne Probleme damit durch – und das, obwohl WhatsApps Vorgehen schon vor der DSGVO rechtswidrig war.

Hinzu kommt, dass WhatsApp seit 2014 zu Facebook gehört. Bereits 2012 hatte Facebook sich den aufstrebenden Konkurrenten Instagram gekauft. Alle drei Dienste sind miteinander vernetzt. Das erkennt man z.B. daran, dass man jeweils gleichzeitig auf diesen Diensten seinen Status teilen kann. Alle Server stehen natürlich in den USA, und dass Mark Zuckerberg – bei allem sozialen Engagement – ständig mit den Behörden zu tun hat, wenn es ums Thema Datenschutz geht, dürfte mittlerweile bekannt sein.

Privat vs. dienstlich

Unabhängig davon halte ich WhatsApp aber für höchst unpraktisch. Ich möchte nicht erst dutzende Handynummern auf meinem privaten Telefon speichern müssen, um dann mühevoll eine Gruppe zu erstellen, in der ich fortan mit Memes zugespammt werde. Zudem ist WhatsApp ein Programm, welches das Gefühl von Privatem vermittelt: Man chattet dort mit Freunden und Verwandten. Eine Trennung von Privat- und Berufsleben sollte auch weiterhin möglich sein. Meine Schüler*innen haben jedenfalls nicht meine Privatnummer und daher auch keinen Kontakt über WhatsApp. (Dass ich dennoch auf Facebook, Instagram oder Twitter Konten habe, ist meine Privatsache, und ich nutze diese Kanäle nicht dienstlich.)

Alternative für Schulen

Es gibt verschiedene Anbieter, die sich speziell an Schulen richten und DSGVO-Konformität versprechen. Neben der schul.cloud gibt es den Untis Messenger, den wir als Schule verwenden. Der Vorteil liegt in der einfachen Verwaltung: Da wir vom selben Anbieter bereits das Stundenplanprogramm im Einsatz haben, lässt sich der Messenger integrieren und als Anwender kann man mit einem Klick im digitalen Stundenplan seine Klasse anschreiben.

Der Nachteil dieser Lösungen ist allerdings die fehlende Infrastruktur. Während Großkonzerne wie Facebook natürlich gigantische Serverfarmen auf der ganzen Welt betreiben können und dadurch für Stabilität sorgen, kommen die kleineren Schul-Messenger gerade jetzt an ihre Grenzen, wo die Schulen geschlossen sind und alle digital kommunizieren möchten. In der ersten Woche war der Messenger praktisch nicht verwendbar. Bevor man aber auf fragwürdige Dienste wie WhatsApp ausweicht, gibt es noch die altmodische E-Mail, die in der Regel funktioniert.

Daneben gibt es noch andere Dienste, die ebenfalls denkbar wären. Das Grundproblem vieler Messenger teilen sie aber dennoch, nämlich das Hochladen des Telefonbuches. Löblich ist es dann, wenn wenigstens um Erlaubnis gefragt wird. Doch wenn man sich weigert, die Kontakte zu teilen, kann man auch niemanden anschreiben. De facto wird man also doch dazu gezwungen. Für dienstliche Zwecke sind diese Anbieter also alle heikel, inklusive das viel gelobte Signal: Das identifiziert den Nutzer per Handynummer und bittet ebenfalls um Teilen der Kontakte. Diese werden zwar nur als Hashwerte auf den Servern gespeichert, aber sind dennoch geteilt. Sinnvoll sind diese Dienste aber im Privatbereich, um die Monopolstellung von Facebook anzugreifen.

Löblich erwähnt sei noch Hoccer, das weder Telefonnummer noch Adressbuch benötigt. Man kann z.B. über QR-Codes neue Kontakte hinzufügen. Praktisch für Schulklassen: Die Funktion „In der Nähe“, bei der man Nutzer in der näheren Umgebung wie z.B. im Klassenraum hinzufügen kann. Allerdings ist diese Funktion jetzt zur Zeit der Schulschließung relativ nutzlos. Leider scheint Hoccer auch nicht mehr aktiv weiterentwickelt zu werden, die letzte Version ist von 2018.

Telefon-/Videokonferenz: Sinn oder Unsinn? Was ist erlaubt?

In den Klassen, die ich befragt habe, war die überwiegende Mehrheit gegen Videokonferenzen. Das liegt auch daran, dass in der Oberstufe das eigenständig Lernen weniger problematisch läuft. In unteren Stufen mag das anders sein – und natürlich hängt es auch von vielen anderen Faktoren ab. Neben den rechtlichen Fragen sollte man auch folgende Dinge beachten:

  • Nicht jede/r hat eine schnelle Internetverbindung, erst recht nicht in größeren Haushalten.
  • Wenn die Eltern im Home Office sind, dann benötigen sie evtl. selbst die Bandbreite für Videostreaming.
  • Schüler*innen haben daher auch vielleicht kein Gerät zur Verfügung: Eltern und Geschwister sind ja auch noch da.
  • In vielen Haushalten gibt es generell kaum noch PCs oder Laptops, und nicht jedes Mobilgerät ist vielleicht geeignet.
  • Die Uhrzeit sollte gut abgesprochen sein, damit möglichst viele teilnehmen können, die auch wollen.
  • Technisches Problem: Vormittags ist der Traffic aktuell besonders hoch. Die Server sind häufig überlastet, selbst Microsoft Teams ging letzte Woche in die Knie.

Wer es dennoch probieren möchte, muss sich darüber im Klaren sein, dass die Videokonferenz die Persönlichkeitsrechte der Schüler*innen (und die eigenen) besonders berührt, da nicht nur technische Metadaten, sondern auch Bild und Ton übertragen (und ggf. gespeichert) werden. Unter den Datenschutzbeauftragten toben regelrechte Debatten darüber, was in der aktuellen Situation noch tolerierbar ist und was nicht. Letzten Endes liegt die Entscheidung theoretisch beim Verantwortlichen, und das ist für die Schule die Schulleitung. Wenn es klare Anweisungen der Schulleitung gibt, sollten diese natürlich befolgt werden. Im Zweifel sollte man um Erlaubnis oder Rat fragen.

Aus diesem Grund habe ich vor, Videokonferenzen grundsätzlich nur freiwillig anzubieten. Dabei beachte ich, dass es nicht zu exklusiven Inhalten kommt, die den anderen verwehrt bleiben, wenn sie nicht teilnehmen möchten oder können. Wichtige Ergebnisse, die sich vielleicht trotzdem ergeben haben, teile ich allen noch einmal per Mail mit, z.B. Vorgehensweise, Abgabefristen etc.

Doch welche Anbieter kann man im schulischen Kontext überhaupt nutzen, welche nicht? Hier ein kleiner Überblick über die aktuell diskutierten und verwendeten Anbieter.

GoToMeeting

Dauerhaft ist es sicher keine gute Lösung, da es eigentlich kostenpflichtig ist. Die kostenlose Testphase ist natürlich ein Lockangebot. Der Test mit ein paar Kollegen hat gezeigt, dass es zwar funktioniert, aber keine besonderen Zusatztools bietet, die in der Schule nützlich wären. Die Homepage spricht ganz offensichtlich vor allem Firmenkunden an, es sind nur Begriffe wie „Business“, „Enterprise“, „Kunde“ und ständig eben „Meeting“ zu lesen. Ein großes Manko: Nirgends wird auf eine Datenschutzerklärung verlinkt. Das käme mir auch als Firmenkunde sehr dubios vor und ist im Jahr 2020 eigentlich ein No-go. Next!

Zoom.us

Zoom wird häufig ins Spiel gebracht. Es ist kostenlos, nur der Gastgeber benötigt ein Konto. Allerdings ist in der kostenlosen Version eine Konferenz auf 40 Minuten beschränkt. Das größere Problem ist aber auch hier der nicht vorhandene Datenschutz, wie Mike Kuketz schön zusammengefasst hat. Ein Blick auf die Datenschutzrichtlinie genügt, wie z.B. dieser Abschnitt:

Wir können Ihre personenbezogenen Daten in die Vereinigten Staaten von Amerika, weltweit an Zoom-Tochtergesellschaften oder an Dritte, die in unserem Namen handeln, zu Verarbeitungs- oder Speicherungszwecken übertragen. […] Mit der Nutzung […] geben Sie Ihr Einverständnis zur Übertragung und Speicherung Ihrer personenbezogenen Daten, ob von Ihnen bereitgestellt oder von einem Dritten abgerufen, in den Vereinigten Staaten, wie hierin erklärt, einschließlich des Hostens dieser personenbezogenen Daten auf Servern in den Vereinigten Staaten.

Damit disqualifiziert sich Zoom als einwandfreie schulische Lösung.

Die Open-Source-Lösungen: Jitsi und BigBlueButton

Jitsi ist kein direkter Anbieter wie die oben genannten, sondern „nur“ eine Software, die theoretisch von jedem installiert werden kann, um Videokonferenzen zu hosten. Um an einer Konferenz teilzunehmen, benötigt man lediglich einen Browser, eine Client-Software ist nur für Mobilgeräte nötig und steht für iOS und Android als App zur Verfügung. Mike Kuketz hat erst letzte Woche eine ausführliche Anleitung zur Verwendung auf seinem Blog erstellt.

Jitsi
Jitsi in der Webansicht. Unten links: Buttons um den Bildschirm zu teilen, sich zu melden oder zu chatten. In der Mitte kann man Mikrofon und Kamera an- und ausschalten.

Sowohl im Browser als auch in der App benötigt man die URL zu einem Server. Eine Liste verschiedener Instanzen kann man auf GitHub finden. Der Chaos Computer Club führt eine eigene Liste deutscher Server. Gerade für Schulen sind diese besonders interessant. Wenn eine Schule generell einen eigenen Server betreibt und die nötige Bandbreite hat, könnte sie auch ihre eigene Jitsi-Instanz hosten. Das wäre die mustergültige Lösung, besonders in Sachen Datenschutz.

Neben Jitsi richtet sich insbesondere BigBlueButton an den Bildungsbereich. Das Prinzip ist ähnlich wie bei Jitsi: Man ist auf Server angewiesen, kann diese aber auch selbst stellen, die Software ist quelloffen und frei. BBB ist die einzige Lösung, die wirklich vielseitige Tools bietet, wie eine digitale Tafel, Laserpointer, Folienübersicht etc. Als Bonus lässt es sich auch als Plugin in der Lernplattform Moodle einbinden. Damit wäre BBB die optimale Lösung für Schulen, wenn sie entsprechend ausgerüstet sind. Der Knackpunkt ist auch hier die Suche nach einem geeigneten Server.

Fazit für den Bildungsbereich

Aus den letzten zwei Wochen haben sich verschiedene Erkenntnisse ergeben. Zunächst ist peinlich klar geworden, wie rückständig wir in Deutschland im digitalen Bereich sind. Nicht nur, dass Anbieter und Mailserver reihenweise in die Knie gingen und Kommunikation nahezu unmöglich gemacht haben. Es ist auch mehr als deutlich, dass die Software-Angebote noch völlig unzureichend sind. Wer Datenschutz ernstnimmt und nicht geltendes Recht brechen möchte, findet zwar Lösungen. Allerdings setzt deren Betrieb weitaus mehr Eigeninitiative und Know-how voraus als die Fertiglösungen der großen IT-Konzerne. Natürlich fehlt den Open-Source-Lösungen das dicke Marketing-Budget von Riesen wie Microsoft, Google und Apple. Es zeigt sich aber auch, wie sehr gerade die Schulen vom Land im Stich gelassen werden.

Es fehlt an allem

Die Bundesländer haben uns klare und strenge Regeln für die Verwendung von Onlinediensten gegeben. Gleichzeitig haben sie aber kaum Möglichkeiten geschaffen, konkurrenzfähige und legale Alternativen zu nutzen. An Schulen fehlen Know-how und Fachkräfte, die sich um die Einrichtung und Verbreitung der Software kümmern können. Selbst wenn Kolleg*innen mit nötiger Fachkenntnis da sind, fehlt ihnen schlicht die Zeit. Die landeseigenen Lösungen wie z.B. Moodle sind schon lange vorhanden, aber fristen ein Nischendasein, weil sie zu wenig beworben und aktiv eingesetzt werden. Nur die wenigsten wollen sich damit auseinandersetzen, die meisten finden es sofort „kompliziert“ oder „unübersichtlich“, wenn es nicht bekannten Mustern der Tech-Giganten entspricht. Auf eine All-in-One-Lösung als Alternative zu beispielsweise Microsoft Teams, welche die enorme Arbeitslast der Netzwerkbetreuer mindern würde, können wir wahrscheinlich lange warten. Stattdessen brauchen wir für jedes Vorhaben einen anderen Dienst, mit dem je ein Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung geschlossen werden und der im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten dokumentiert sein müsste (durch die Schulleitung persönlich, die ja sicher sonst nichts zu tun hat).

Ein Hoffnungsschimmer?

Der groß angekündigte Digitalpakt nützt wenig, wenn damit hauptsächlich Hardware angeschafft wird, nur um der Hardware willen. Was wir brauchen sind funktionale Software-Lösungen, die auch legal einsetzbar sind, ohne dass man Jura und gleichzeitig Informatik studiert haben muss, um das beurteilen zu können. Wir brauchen Schulleitungen und Lehrkräfte, die gewillt und fähig sind, diese Lösungen auch einzusetzen. Das Land muss daran arbeiten, vorhandene Open-Source-Alternativen weiter zu entwickeln. Es gibt ja z.B. bereits eine Version der in Baden-Württemberg angebotenen Musterlösung paedML, die auf Linux basiert. (Dass diese aber genauso viel kostet wie die Windows-Version, zeigt den Nachholbedarf.)

Die aktuelle Situation ist ohnehin schon herausfordernd genug. Aber immerhin hat das auch ein Gutes: Jetzt sollte vielen klargeworden sein, woran es mangelt, um auch in der Schule vollends im digitalen Zeitalter anzukommen. Trotz allem Ärger und viel Arbeit freuen sich viele digital affine Kolleg*innen auch über den erzwungenen Aufbruch. Hoffen wir, dass es hier wirklich zu dauerhaften Verbesserungen kommen wird.

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