Allgemein, Computer, Unterricht

Homeschooling, Fernlernen, Hybridunterricht?

Immer wieder tauchen diese Begriffe in Nachrichten und Diskussionen auf. Doch nicht allen (häufig auch nicht denen, die sie verwenden!) ist klar, was damit eigentlich gemeint ist.

Homeschooling meint, wie es wörtlich übersetzt heißt, Heimunterricht. Das bedeutet ursprünglich, dass die Eltern sich komplett um die Bildung der Kinder kümmern, unabhängig von einer Schule. Das gibt es z.B. in den USA, wo keine Schulpflicht existiert. Eigentlich war „echtes“ Homeschooling nie in Deutschland angestrebt – denn hier gibt es ja eine Schulpflicht, wir (verbeamtete) Lehrkräfte haben zudem eine entsprechende Dienstpflicht.

Was bei den Schulschließungen im Frühjahr passierte, war also kein traditionelles Homeschooling, sondern vielmehr Fern- oder Distanzlernen. Entsprechend hält das auch der Wikipedia-Eintrag zu „Homeschooling“ fest:

During the COVID-19 pandemic, many students in numerous countries had to study from home due to the danger posed by the virus. However, this was mostly implemented in the form of distance education rather than traditional homeschooling.

Fernlernen ist ebenfalls Unterricht zu Hause, doch durchgeführt von den regulären Lehrkräften. Das funktioniert live mittels Audio- oder Videokonferenzen, geht aber auch asynchron mit Hilfe von Lernplattformen wie Moodle. Durch den Einsatz verschiedener Tools kann man variieren, wie viel selbständige Arbeit von den Schüler*innen verlangt wird: ein Lehrervortrag per Videokonferenz entspricht dem (passiven) Pendant zum Klassenraum, das eigenständige Anschauen eines Lernvideos mit anschließendem Multiple-Choice-Quiz auf Moodle (mit automatischer Auswertung) fordert dagegen mehr Aktivität bei den Lernenden.

Person mit Kopfhörern vor Laptop
Videokonferenzen werden immer häufiger fürs Distanzlernen eingesetzt.

Hybridunterricht ist eine Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht. Wenn die Klassen beispielsweise halbiert werden müssen, um die Kontakte einzuschränken und Abstände einhalten zu können, dann bleibt immer abwechselnd eine Hälfte zu Hause und arbeitet dort. Im Idealfall können die Schüler*innen daheim parallel mit den im Schulhaus Anwensenden arbeiten. Das geht z.B. ebenfalls mittels Videokonferenzen, jedoch ist die Lehrkraft nicht zu Hause, sondern im Klassenraum und macht einen Livestream des Unterrichts. Dabei muss man nicht unbedingt den Raum filmen (was aus datenschutzrechtlicher Sicht ohnehin fragwürdig wäre), sondern man kann auch den Bildschirm eines Laptops oder Tablets streamen, auf dem zu sehen ist, was gerade gemacht wird – z.B. ein Arbeitsblatt oder ein Aufschrieb durch die Lehrkraft.

Aber wo bleiben hier die Eltern, die so viel daheim machen mussten, mag man sich fragen. Nun, die haben dabei eigentlich (!) genauso wenig verloren wie im „normalen“ Unterricht im Schulhaus. Die Kinder sollen schließlich selbst die Aufgaben lösen, und nicht alles von Mama oder Papa vorgekaut bekommen.

Bevor jetzt aber die Eltern auf mich losgehen: Ja, ich weiß, nicht überall lief das so wie gedacht. Das hat verschiedene Gründe. Und das ist auch eines der Probleme, das sich bis heute durch die Diskussionen zieht: Man will nicht, dass die Schulen schließen und die Schüler*innen zu Hause sind. Was dabei alles schiefläuft, erkläre ich ausführlicher.

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